Der Abschied von alten Gehaltstabellen könnte bald bevorstehen da die Verhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder in eine heiße Phase gehen. Ein Abschluss von mindestens 300 Euro monatlich steht für Millionen Beschäftigte am 30. Januar 2026 im Fokus der Debatten.
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Streiks legen Teile Deutschlands lahm
Die Auswirkungen der aktuellen Tarifrunde sind in vielen Bundesländern deutlich zu spüren. Die Gewerkschaft ver.di hat zu massiven Warnstreiks aufgerufen was vielerorts zu erheblichen Verkehrsbehinderungen und Einschränkungen geführt hat. In dieser Woche sind zudem weitere Arbeitsniederlegungen an Schulen und Hochschulen geplant um den Druck auf die Arbeitgeberseite zu erhöhen. Hintergrund der Streiks ist laut Gewerkschaftsangaben der zähe Fortschritt in den laufenden Gesprächen.
Die Fronten der Tarifparteien

Die Verhandlungen die im Dezember 2025 gestartet sind betreffen die Gehälter von rund 2,2 Millionen Beschäftigten. Auch die zweite Verhandlungsrunde Mitte Januar blieb ohne konkrete Einigung über einen neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder. Der nächste entscheidende Termin ist für den 11. Februar 2026 angesetzt. Bis dahin stehen sich die Forderungen der Gewerkschaften und das Angebot der Arbeitgeber hart gegenüber.
Vergleich der aktuellen Positionen
In der folgenden Übersicht sehen Sie die wichtigsten Differenzen zwischen den Forderungen der Arbeitnehmer und dem Angebot der Arbeitgeber:
| Bereich | Forderung Gewerkschaften | Angebot Arbeitgeber |
| Gehaltsplus | 7 Prozent (mindestens $300) | Erhöhung leicht über Inflation |
| Auszubildende | $200 mehr pro Monat | $120 mehr in drei Stufen |
| Laufzeit | 12 Monate | 29 Monate bis März 2028 |
| Zeitzuschläge | Plus 20 Prozentpunkte | Anhebung Schichtzulagen |
| Übernahme | Unbefristet nach Abschluss | Bisherige Regelungen |
Kernforderungen für bessere Arbeitsbedingungen
Die Gewerkschaften wollen mit ihren Forderungen vor allem die Kaufkraft der Beschäftigten sichern und den öffentlichen Dienst attraktiver gestalten.
- Eine monatliche Erhöhung der Entgelte um 7 Prozent oder den genannten Mindestbetrag.
- Eine deutliche Anhebung der Vergütung für Nachwuchskräfte zur Sicherung von Fachkräften.
- Die Erhöhung aller zeitabhängigen Zuschläge um 20 Prozentpunkte für mehr Fairness.
- Eine kurze Laufzeit des Vertrags um flexibel auf wirtschaftliche Änderungen zu reagieren.
- Die zeitgleiche Übertragung der Ergebnisse auf Beamtinnen und Beamte der Länder.
Blick auf die kommenden Wochen
Obwohl unmittelbar nur rund 920.000 Tarifbeschäftigte unter den TV-L fallen sind insgesamt deutlich mehr Menschen betroffen. In der Praxis werden die Ergebnisse meist auf etwa 1,3 Millionen Beamte übertragen was die Tragweite dieser Verhandlungen unterstreicht. Eine Ausnahme bildet lediglich Hessen das über einen eigenen Tarifvertrag verfügt. Bis zur geplanten Finalrunde Mitte Februar müssen Pendler und Eltern weiterhin mit Einschränkungen durch Warnstreiks rechnen.



